Donnerstag 17. August 2017
Sabine Jungwirth:

Arbeitszeit zeitgemäß regeln

Arbeitszeitregelungen sollen in Betriebs- und Branchenvereinbarungen ausverhandelt werden

Die öffentliche Diskussion um flexible Arbeitszeiten hat sich erwartungsgemäß verschärft und stellt nun unterschiedliche Positionen und Interessen in den Raum. Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft, unterstreicht erneut die Forderungen der Grünen Wirtschaft. Sie vertritt das Modell Jahresarbeitszeit auf der Basis einer 35-Stunden-Woche als Normalarbeitszeit.

 

»Die Reduktion gegenüber dem aktuellen Stand der Normalarbeitszeit geht Hand in Hand mit möglichen 12 Stunden als Tageshöchstarbeitszeit. Allerdings in klar eingegrenzten, branchenspezifischen Zeiträumen«, betont Sabine Jungwirth. Als Beispiel sei hier die Vorweihnachtszeit genannt, die insbesondere für den Handel erhöhtes Kundenvolumen bringt und Flexibilität erfordert. Definiert und geregelt sieht die Grüne Wirtschaft diese Zeiträume auf Betriebs- oder Branchenebene, also über die Kollektivverträge. »Zusätzlich braucht es die Möglichkeit genehmigter Ausnahmen, etwa für Messen oder Auslandsreisen als Reaktion auf steigende berufliche Mobilität«, ergänzt die Bundessprecherin.

 

Die Grüne Wirtschaft plädiert zudem für einen sorgsamen Umgang mit MitarbeiterInnen: Zahlreiche Studien belegen Unwirtschaftlichkeit, erhöhtes Unfallrisiko und steigende Krankenstände bei übermäßigen Ausweitungen der Tageshöchstarbeitszeiten, wie sie der Wirtschaftsbund derzeit fordert. »Das Modell Jahresarbeitszeit ist flexibel und zeitgemäß angelegt. Es kommt zukünftigen betrieblichen Entwicklungen entgegen.«

Sabine Jungwirth | © August Lechner
Sabine Jungwirth

Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft

 

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