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Das Mailing der Grünen Wirtschaft zum Thema »Nachhaltigkeit«
POSTWACHSTUMSÖKONOMIE | Fr., 21. Februar 2014

Niko Paech: »Eigentlich fordere ich nur Ehrlichkeit«

Auf Einladung der Grünen Wirtschaft begeisterte der Wachstumskritiker über 400 BesucherInnen.

»Unser Wohlstandsmodell ist nicht zu retten«, stellte Niko Paech, Professor an der Universität Oldenburg und einer der bekanntesten Vertreter der Postwachstumsökonomie, am Donnerstagabend, 20. Februar 2014, an der TU Wien fest. Auf Einladung von Grünen Wirtschaft, Grüner Bildungswerkstatt und ATTAC präsentierte Paech seine Vorstellungen einer Gesellschaft, die nicht auf Wachstum, sondern auf Nachhaltigkeit – und damit auf eine für alle lebenswerte Zukunft – ausgerichtet ist (gemäß seinem Buch »Befreiung vom Überfluss«).

 

 


Wachstum, und sei es noch so »grün«, belaste die Umwelt. Zum einen, weil jeder dadurch erwirtschaftete Euro zwangsläufig wieder in den Wirtschaftskreislauf und Konsum fließe, wodurch die CO2-Bilanz steige. Zum anderen aber auch, wenn »Green Jobs« nicht gleichzeitig z.B. die Kohleindustrie eindämmen, sondern als zusätzliches Wachstum gefeiert würden. »Eine Sauerei« nennt der Vortragende das.

 

Leben auf Kosten späterer Generationen

 

In seiner sehr kurzweiligen Präsentation vor mehr als 400 BesucherInnen im Kuppelsaal der Technischen Universität kassierte Paech tosenden Applaus für seine Forderungen. So wünscht er sich etwa von Eltern und PädagogInnen, mit Kindern schon früh über die Zusammenhänge von Arbeit, Produktion und Ressourcenverbrauch zu reden. Man müsse ihnen klar machen, dass der spontane Wochenendtrip mit der »Kerosinspritze« Flugzeug auf Kosten späterer Generationen gehe, dass der Mensch die Erde nicht mehr weiter ausbeuten könne, viel mehr schon längst »auf Pump« lebe.


Dabei gehe es ihm nicht um Verbote, nein: »Eigentlich fordere ich nur Ehrlichkeit«, stellte Paech in der an seinen Vortrag anschließenden Fachdiskussion fest. WIFO-Chef Karl Aiginger, der ihm etwa hinsichtlich der Sinnhaftigkeit einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung zustimmte – »Aber ohne Zwang!« –, tat dies nicht primär aus dem Nachhaltigkeitsgedanken, sondern um das Problem der steigenden Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

 

Arbeitszeitverkürzung und Selbstversorgung

 

Mit den beiden diskutierte unter der Moderation von Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, auch Julianna Fehlinger, Vorstandsmitglied von ATTAC Österreich. Sie legte einerseits dar, dass ein »anderes« Leben durchaus ohne Rückzug aus der Mehrheitsgesellschaft möglich ist, und berichtet über ihre eigenen Erfahrungen mit der Übernahme eines Bio-Bauernhofs. Damit schloss sie zu einem von Paechs Hauptthemen auf, einer die Arbeitszeitverkürzung begleitenden (teilweisen) Selbstversorgung. Andererseits wies sie auf den mangelnden Revolutionswillen in der Gesellschaft hin: »In vergangenen Arbeitskämpfen wurde die Wochenarbeitszeit von 80 auf 60, 50, 40 Stunden reduziert sein – und jetzt ist plötzlich Schluss damit?«


Unterm Strich waren sich die DiskutantInnen – bei aller Verschiedenheit von vor allem Paechs und Aigingers Hintergrund und Sichtweisen – einig, dass die Menschheit mehr Zukunftsbewusstsein entwickeln müsse. Reiner Fatalismus liegt allen fern, aber das Sensorium für die selbstverschuldeten Gefahren unserer verbrauchsorientierten Konsumgesellschaft müsse grundlegend geschärft werden, um nicht sehenden Auges gemeinsam in den Untergang zu laufen.


Den Vortrag von Niko Paech und die ExpertInnendiskussion können Sie in unserem YouTube-Kanal nachsehen.

Sabine Jungwirth | © August Lechner
Sabine Jungwirth

Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft

 

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